Ein herzhaft melodischer Sonntag: Cumin-Tarte mit Orangen-Balsamico-Erdbeeren und Estragon
Die Ereignisse der Woche haben sich wie Noten einer schönen Melodie harmonisch verbunden und mir ein ritardando zum Ende der Woche, also einen langsamen, entschleunigten Sonntag erlaubt.
Tenuto. Getragen auf schnellen Füßen: Ich würde gern mal einen Halbmarathon laufen, dafür hab ich mich diese Woche (fast) jeden Tag aufgerafft joggen zu gehen. Und wie das ja so ist, alles was Überwindung kostet, sollte man zur Routine machen. Dann hoffe ich, dass ich so diszipliniert bleibe, bis ich Routine erlangt habe.Die Laufschritt-Melodie: Tainted Love: “Sometimes I feel I’ve got to run away”
Legato. Verbunden. Liebe Menschen um mich herum: Grillen mit der Familie, freudige Momente mit Freunden, ein nettes Lächeln auf der Straße, ein freundlicher Gruß vom Gemüsehändler, eine höfliche Entschuldigung…das sind die Kleinigkeiten des melodischen Alltags, die mich glücklich machen. Meine frühere Musiklehrerin hat immer gesagt: “Die Artikulation eines Stücks ist das i-Tüpfelchen und macht es erst zu einem wahren Kunstwerk.” Wichtig also, so finde ich, ist es, dass man in der Lage ist die Artikulation des eigenen Lebens zu erkennen, denn dann ist man glücklich. Große Musik, einfach und doch detailreich: John Miles-Music.
Jazz. Ich muss zugeben, dass es mir manchmal schwer fällt Bedürftigen etwas Gutes zu tun. Zu oft entsteht bei mir der Eindruck der selbst verschuldeten Misère. Anders ist es, wenn mir das Gegenteil bewiesen wird, wo wir wieder beim Thema Musik wären. Mit einer guten Tat, denn Musik beglückt die Menschheit, geht auch mein Herz auf. Gestern habe ich ein paar älteren Herren beim “jazzen” zugeschaut beziehungsweise zugehört und war so begeistert, dass ich ein paar Minuten stehen geblieben bin. Am Ende hat sich der Kassenhut dann natürlich auch gefüllt. It Never Rains in Southern California.
Triller. Vogelgezwitscher früh am Morgen, wenn noch alles ruhig ist. Ich genieße die Momente, als würden diese frühen Stunden mir alleine gehören, wenn ich draußen laufen gehe. James Vincent McMorris-Early in the Morning.
Harmonie: gelungenes kulinarisches Zusammenspiel. The Head and the Heart-Sounds Like Hallelujah. Anis und Erdbeeren. Erdbeeren und Balsamico. Erdbeeren und Chili. Orangen und Erdbeeren.
Staccato. Voller Vorfreude auf die Neuerungen der nächsten Wochen. Belle and Sebastian “Let me step out of my shell. I’m wrapped in sheets of milky winter disorder. Let me feel the air again, the talk of friends. The mind of someone my equal”
Und jetzt zum Rezept:
Zutaten für 1 große Tarteform:
Teig
- 250 g Buchweizenmehl
- 60 ml Olivenöl
- 120 ml Wasser
- 1 TL Cumin
- 1/2 TL Piment d’Espelette
- 1 TL Salz
- 200 g Erdbeeren, halbiert
- 1 EL Aceto Balsamico
- 1/2 Orange
- Fleur de Sel
- Vanillepfeffer
- 1 Stängel Estragon, klein gehackt
- Aus Mehl, Öl, Wasser und Gewürzen einen Teig kneten und zu einer Kugel geformt in Frischhaltefolie wickeln. 1 Stunde kühl stellen.
- Erdbeeren in Essig, Orangensaft und Estragon marinieren.
- Den Teig ausrollen in eine Tarteform legen, ein paar Mal mit einer Gabel einstechen und 10 Min. blind backen.
- Den Tarteboden mit den Erdbeeren belegen. Mit Fleur de Sel und Pfeffer bestreuen. 15 Min. backen und mit einem grünen Salat genießen. Ich hab aus der restlichen Marinade ein Salatdressing gemacht, das köstlich war.
































