Über die Hoffnung und Geburtstagsglück: Gewürzkuchen

Ein Tag vor meinem Geburtstag lag ich im Bett und dachte darüber nach, warum ich als Kind vor Vorfreude nicht schlafen konnte. In der Nacht vor diesem Geburtstag lag ich vor Allem wach, weil ich etwas beunruhigt an den bevorstehenden Umzug denken musste und daran, ob ich für mich einen Kuchen backen sollte. Weitere Planungen, wie ich den Abend verbringen würde, hatte ich nicht, denn in meiner neuen Heimat, ist der Rhythmus noch nicht gefunden.

Was ist es, was wir als Erwachsene verlieren? Wo ist die Vorfreude, das Kribbeln im Bauch, die hellwachen Nächte bis zum Morgengrauen, weil man es kaum erwarten konnte endlich Geburtstag zu haben. Ist es das Wissen darüber, was uns erwartet? Ist es Enttäuschung, dass wir selbst einladen und Kuchen backen müssen? Ich habe darüber nachgedacht, warum ich mir vor allem dieses Jahr gewünscht hätte, meinen Geburtstag ausfallen zu lassen und mir ist eine Idee gekommen: Hoffnung.

Als Kind haben wir Hoffnung, wir hoffen darauf, dass unser Geburtstagstisch mit vielen hübschen Geschenken geschmückt wird. Wir freuen uns einmal im Jahr Mittelpunkt des Geschehens zu sein und einen Tag lang verwöhnt zu werden. Je älter wir werden, verliert der Geburtstag an Bedeutung, wir hoffen nicht mehr auf einen geschmückten Geburtstagstisch - einerseits weil wir meistens arbeiten und nicht den Morgen mit Geschenke auspacken verbringen können und andererseits weil wir eher mal einen Gutschein oder Umschlag zugesteckt bekommen. Ich möchte gar nichts dagegen sagen, denn ich finde es wunderbar Briefe und Karten zu bekommen, die von Herzen kommen - aber wenn nicht? Dann verlieren wir die Hoffnung, dass der Geburtstag etwas Besonderes ist. Dieses wie letztes Jahr hatte ich Pech mit meinem Geburtstag - beide Mal musste ich umziehen und beide Mal WUSSTE ich, dass mich keine Karten erwarten würden. So stirbt die Hoffnung. Hoffung ist die Erwartung, dass etwas Gewünschtes passiert. Als Kind hatten wir Wünsche - und oft wurden sie erfüllt und wenn nicht, dann blieb die Vorfreude. Als Erwachsener wünschen wir nicht mehr - aus Angst enttäuscht zu werden - oder weil wir glauben zu wissen, dass Hoffnung bedeutet zu scheitern.

Ich allerdings muss sagen, ich möchte wieder hoffen, denn es macht glücklicher als von vorne herein Wissen anzunehmen. Ich konnte auf keine Geburtstagspost hoffen und es hat mich an dem doch eigentlich schönen Tag unglücklich gemacht. Mir hat die Vorfreude auf eine Überraschungsparty, Gäste und selbstgebackenen Kuchen gefehlt. 

Und zur Feier des Tages gabs also doch noch belgischen Geburtstagskuchen: Hoffen ist besser als Annehmen!

  • 3 Eier
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 90 g Honig
  • 100 g Butter
  • 5 EL Milch
  • 160 g Vollkornmehl (Dinkel oder Buchweizen (glutenfrei)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 TL Lebkuchengewürz
  1. Backofen auf 200° vorheizen. Eier und Zucker schaumig schlagen und mit Honig, Milch und der geschmolzenen Butter verrühren.
  2. Mehl, Backpulver und Gewürze vermischen und unter die feuchte Masse rühren.
  3. Eine Form fetten oder mit Backpapier auslegen und den Teig hineinfüllen. 30 Min. backen und mit Alufolie bedecken, falls der Kuchen zu dunkel werden sollte.

Notes

Created - Vor 1 Jahr

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  1. von geschmackvollgeniessen gepostet
 
 
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